Akkuladen mit dem FT-817

 

Stromquelle des FT-817

Der FT-817 hat Ladezeiten von 6h, 8h und 10h. Diese sind im Programm des verwendeten Mikrocontrollers vorgegeben. 8h ist der vom Hersteller eingestellte Defaultwert. Nach Ablauf der Akkuladezeit wird der Akku dann ständig mit ca. 15 mA über die Stromquelle mit Q 1102 gepuffert. Handelsübliche NC- bzw. NH-Akkus werden 14h lang mit einem Kon- stantstrom von 0,1*C geladen. C ist hier die aufgedruckte Akkukapazität, d.h. es werden 40% mehr in den Akku gepumpt als dann als Spannungsquelle wieder zur Verfügung stehen. (Es gibt auch Hersteller, die 50% vorgeben).

Hier wird mit den verringerten Zeiten des FT 817 gerechnet, deshalb ist der Ladestrom entsprechend höher angesetzt. Zu beachten ist, dass nicht alle Akkus für die Ladung mit höheren Strömen geeignet sind (Temperatur und Überdruck im Akku beim Laden).

Alle Angaben erfolgen grundsätzlich ohne Gewähr, da die konkreten Bedingungen nicht vom Verfasser beeinflussbar sind.

Die Stromquelle ist mit dem Transistor Q 1001 vom Typ 2SB 1182F5-Q realisiert, den Strom bestimmt R 1435 mit 4,7 Ohm. Mit Variation dieses Widerstandes lässt sich jeder beliebige Strom einstellen, als Begrenzung nach oben sind die Parameter ICmax und die Verlustleistung des Q 1001 zu berücksichtigen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass diese Verlustleistung über einen Zeitraum von bis zu 10 h zuverlässig abgeführt werden muss. Dies gilt natürlich auch für die Akkus, da keine Temperatursicherung vorhanden ist.

Auf Grund der exponentiellen Kennlinie des Transistors und dessen fehlenden Parametern kann der Wert des Emitterwiderstandes R 1435 nicht ausreichend genau berechnet werden. Er muss daher durch Strommessung ermittelt werden. Richtwerte sind bei http://mods.dk im Artikel "Yaesu FT-817 charge modification" von Edwin, PE1PWF zu finden. Sie sind der Tabelle beigefügt, alle Werte ohne Gewähr.

Folgende Werte ergeben eine nachdenkenswerte Reihe:
0,280 A mit 1,2 Ah, 1,6 Ah und 2,0 Ah sowie
0,350 A mit 1,5 Ah, 2,0 Ah und 2,5 Ah.

 

Ladezeit [h] 8 [h]   6 [h] 10 [h] R 1435 [Ohm]
Ladestrom [A] Akku [Ah]   Akku [Ah] Akku [Ah]  
0,175 1,0   0,750 1,125 4,7
0,193 1,1   0,827 1,379 4,26
0,210 1,2   0,900 1,500 3,92
0,228 1,3   0,977 1,629 4,7+15//=3,6
0,245 1,4   1,050 1,750 3,36
0,263 1,5   1,127 1,879 4,7+10//=3,2
0,280 1,6   1,200 2,000 4,7+8,2//=3,0
0,298 1,7   1,277 2,129 4,7+6,8//=2,8
0,315 1,8   1,350 2,250 2,61
0,333 1,9   1,427 2,378 2,47
0,350 2,0   1,500 2,500 4,7+4,7//=2,35
0,368 2,1   1,577 2,629 2,24
0,385 2,2   1,650 2,750 2,14
0,403 2,3   1,727 2,879 2,04

So weit der Ausflug in die Theorie. Wie sieht es nun in der Praxis aus?

Um den Akku laden zu können, muss man erst einmal das externe Ladenetzteil NC 72C an den FT-817 anschließen. Dieses enthält ein kleines Netzteil, welches nicht zur Stromversorgung des FT-817 im Sendebetrieb reicht.

Die eigentliche Ladeelektronik einschließlich der Zeitüberwachung ist im FT-817 enthalten. Wenn man nun die Qualität der Stromquelle untersucht, wird man feststellen, dass der Ausgangsstrom in starkem Maße von der Höhe der angelegten Spannung und der Temperatur des Stromquellentransistors abhängt, d.h. der Wert des Ladestromes ändert sich mit der Erwärmung des Stromquellentransistors. Eine Überwachung des Ladezustandes und der Temperatur der Akkus erfolgt nicht.

Die Ladeschaltung erfüllt also nur die minimalsten Anforderungen.

Wer seine Akkus längere Zeit nutzen will, sollte sich ein Profiladegerät zulegen und möglichst die Akkus einzeln laden. Dies geht natürlich mit dem Original-Akkupack nicht.

Dies ist sicher auch der Grund, warum Yaesu beim FT-817ND die Stromquellenschaltung nicht entsprechend modifiziert und lieber das NC 72C mitgeliefert hat, um so wenigstens für eine konstante Ladespannungsquelle zu sorgen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Batteriefach mit den vorgesehenen Mignonakkus und der dazugehörenden Ladeelektronik nur als Behelfslösung anzusehen ist. Yaesu hätte gut daran getan, darauf zu verzichten und stattdessen lieber einen automatischen Antennentuner wie im IC-703 vorzusehen.

Ein externer Akku mit ausreichender Kapazität für mindestens 8 h Funkbetrieb sollte als baugrößengleicher Untersatz für den FT-817 vorgesehen werden und die Ladeelektronik bereits enthalten. Eine Kapazitätsanzeige wäre wünschenswert. Für das Netzgerät gelten die gleichen Wünsche, d.h. es sollte ebenfalls als baugrößengleicher Untersatz ausgeführt werden. So braucht man nur die Verbindung zwischen den Geräten lösen und hat entweder eine Heimstation mit Netzanschluß oder ein Portable-Gerät mit Akku.

Der FT-897 zeigt, wie man so ein QRP-Gerät bauen könnte, dessen Stromaufnahme ist aber alles andere als QRP-freundlich. Vielleicht geht dieser Wunsch ja schon mit dem FT-817 Nachfolger in Erfüllung.

 

QRP            Stromversorgung